Syrischer Abend

Bei der Überschrift mögen sich manche fragen, was nun zu erwarten ist. Darum eine Erklärung vorweg: Vor einer Weile bin ich an der Arbeit über eine alte Ausgabe des Magazins Flow gestolpert. Dabei stieß ich auf einen Bericht über einen jungen Syrer, der in einer Marburger WG lebt. Um mit seiner Heimat in Verbindung zu bleiben, hat Bilal, so heißt der junge Mann, angefangen, seine Mitbewohner und Mitbewohnerinnen syrisch zu bekochen. Und da die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner sich vegetarisch/vegan ernähren, wird in dem Buch auf Fleisch und anderes mehr verzichtet. Aus den Rezepten ist ein Buch geworden und das interessierte mich. Wieder zu Hause, habe ich gegoogelt und bin auf die Seite hummus-evolution.de gestoßen. Mein erster Reflex war, dieses Buch sofort zu bestellen. Ich liebe Kochbücher und besitze jede Menge davon. Das bedeutet aber leider nicht, dass ich aus allen Rezepte nachkoche. Darum habe ich überlegt, ob sich das Buch wirklich lohnen könnte; vor allem: ob die Zutaten einfach zu bekommen und die Rezepte leicht nachzukochen sind. Erfreulichersweise gibt es auf der Website eine Leseprobe, die auch einige Rezepte enthält.

Da wir für Samstagabend Gäste eingeladen hatten, wollte ich  ausprobieren, ob es klappen könnte, ein bisschen syrisch zu kochen. Also habe ich eine Liste gemacht, bin zum Selam Market in der Jägerstraße in Kassel gefahren und habe dort eingekauft. Ursprünglich wollte ich das Essen gemeinsam mit Emma zubereiten, doch bis ich anfangen konnte, musste Emma schon weg. Sie hatte eine Verabredung in Kassel. Also habe ich fröhlich allein vor mich hin geschnippelt und gemixt, habe Knoblauch gepresst und Saubohnen gekocht und hatte schließlich alles fertig.

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Nacheinander schlugen unsere Gäste auf. Zuerst kamen Annett und Torsten, dann Carsten mit Pauline und Julius. Wer schon länger mitliest, weiß: Das ist die Mannschaft, die im September im Markgrafenbau war. Steffi konnte erst  am Abend dazustoßen. Sie wollte uns in der Brauerei in Dörnhagen zu treffen. Da wir festellen mussten, dass die Brauerei Betriebsferien machte, gingen gleich Whatsapp-Nachrichten sowohl an Steffi als auch an Emma um Bescheid zu geben, dass es an diesem Tag mit dem Brauereibesuch nichts werden würde. Emma hatte sich so darauf gefreut. Die kleine Brauerei ist etwas Besonderes in unserem Dorf und bisher hatten wir es noch nicht geschafft, mit Emma hinzugehen. Vielleicht würde sie aber lieber in Kassel bleiben, als den Abend mit den Erwachsenen zu verbringen? Doch sie meldete sich zurück und sagte, sie sei auf dem Heimweg.

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Zum Abendessen waren alle da. Die Arbeit hatte sich gelohnt. Bilas Rezepte gelangen durch die Bank weg und waren super lecker. Besonders Emma als Vegetarierin war glücklich, aber auch unsere Gäste ließen sich nicht zweimal bitten. Mir tat es ein bisschen leid, dass Emma ihre Verabredung verlassen hatte, um bei uns zu sein. „Nein“, sagte sie ganz energisch, „ich wollte gern dabei sein. Und es ist soooo lecker.“

Wir hatten einen schönen Abend mit wirklich leckerem Essen. Damit war auch die Entscheidung gefallen: Bilas Buch muss her! Nach dem Essen ging es dann mit der Handball-Weltmeisterschaft weiter. Handball ist eine Sportart, die Emma noch nicht bekannt war, für die sie aber inzwischen Feuer und Flamme ist. Jedes Spiel wird geschaut und Emma fiebert mit der deutschen Mannschaft mit. Am Samstagabend stand das Spiel Deutschland – Island auf dem Programm. Und mit einem 24:19-Sieg machte die deutsche Handballnationalmannschaft den gelungenen Abend komplett.

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Die Jugend macht es sich auf dem Sofa bequem

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