Marburg

Bevor Emma bei uns ankam, war sie vier Wochen in Bad Laasphe gewesen. In dieser Zeit hatten wir bereits Kontakt per WhatsApp. Irgendwann schickte sie ein Foto von einem Ausflug nach Marburg, denn die PPler-Gruppe gemeinsam unternommen hatte. Das fanden wir erst einmal schade,  denn einen Ausflug nach Marburg hatten wir auch auf dem Programm. Doch Emma war so begeistert von dieser Stadt, dass sie schrieb, sie würde gern noch einmal hinfahren. Im Winter hatten wir unser Ausflugsprogramm ein wenig runtergefahren, doch im Frühsommer stand Marburg wieder auf dem Plan. So schließt sich der Kreis.

Zu viert fuhren wir mit dem Zug, Julian und Emma mit ihrem Schülerticket und ich mit Frank, der als Beamter am Wochenende jemanden mitnehmen darf. Auch diesmal wollten wir aus der Reiseführerreihe 111 Orte einen weiteren Band erwerben. Leider scheint sich bisher noch niemand die Mühe gemacht zu haben, so etwas für Marburg herauszugeben. Es gibt nur ein Band über Mittelhessen in dem Marburg mit vier Seiten erwähnt wird. Naja.

Marburg ist denn eine Unter- und eine Oberstadt eingeteilt. Die Oberstadt liegt wieder Name schon sagt oben, ist sehr verwinkelt, und hat viele mit Kopfstein gepflasterten Straßen. Wir erreichten sie über einen Fahrstuhl. Die Brüder Grimm trieben natürlich auch hier eine zeitlang ihr Unwesen. Von Jacob Grimm stammt folgende Satz: „Die Lage Marburgs und umliegende Gegend ist gewiß sehr schön. Besonders wenn man in der Nähe des Schlosses steht und da herunter sieht, die Stadt selbst aber sehr hässlich. Ich glaube, es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern. In ein Haus geht man gar zum Dache hinein.“

Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter, die schon Sonne schien vom blauen Himmel und alles, was wir brauchten, war Flüssigkeit. Nachdem wir uns mit Getränken versorgt hatten, ging es erst einmal bergauf in Richtung Schloss. Tapfer arbeiten wir uns durch die gewundenen Straßen und stiegen am Ende noch eine Treppe hoch, bis wir dann endlich vor dem Schloss standen. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. „Müssen wir jetzt in das Museum?“, Fragte Julian. Emma meinte, dass das nicht nötig sei, da sie schon mit den PPPlern dort gewesen sei. Es sei nicht sehr spannend.

Solcher Art getröstet, verwarfen wir den Gedanken eines Museumsbesuchs. Außerdem war es draußen so viel schöner. Gemütlich ging es dann wieder abwärts und wir ließen uns Zeit, schnupperten hier und da mal hinein und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein.

IMG_6264Der Elisabethkirche statteten wir natürlich einen Besuch ab. Hier hatten wir wieder das Gefühl, dass sich ein weiteres loses Ende verknüpft. Die heilige Elisabeth hatte in Marburg gewirkt, nachdem sie die Wartburg bei Eisenach verlassen hatte. Ein halbes Jahr nach unserem Wartburg-Besuch hatten wir es nun auch bis Marburg geschafft.

Da sich allmählich Hunger eingestellt hatte, suchten wir nach einem netten Lokal und wurden auch fündig. Griechisch geht immer. Wir saßen im Schatten und doch in der Sonne und ließen es uns gut gehen.

Wenn doch solche Ferientage ewig andauerten! Allerdings taten uns die Füße am späten Nachmittag ordentlich weh. Das Gehen auf Kopfsteinpflaster hinterließ seine Spuren und wir hatten einige Kilometer zurückgelegt.

Eigentlich hätten wir abends nichts tun dürfen. Eigentlich hätten wir abends unsere geschundenen Füßen schonen können. Eigentlich.

Uneigentlich haben wir aber etwas Tolles unternommen. Doch mehr davon später!

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