Die Sommerkonzerte

Wenn die Konzerte stattfinden, sind die Ferien meist nicht mehr weit. Am Donnerstag und Freitag in der Woche, bevor es Sommer Ferien oder Weihnachtsferien gibt, stehen die Konzerte auf dem Programm. In diesem Halbjahr ist es etwas anders, denn Fronleichnam liegt in der vorletzten Schulwoche. Daher waren die Konzerte schon früher als gewohnt.  Das ganze Halbjahr ist ausgiebig geübt worden. Trotzdem kommt man nicht um hin, die nervöse Anspannung zu bemerken, die 30 Minuten vor Konzertbeginn in der Luft liegt. Überall in der Schule wuselt es.

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Wenn aber dann endlich das Unterstufenorchester sein erstes Stück spielt, ist alles gut. Der Schulleiter, Herr Doktor Schöppner, begrüßt traditionsgemäß nach dem ersten Stück. Dann geht es weiter mit dem Mittelstufen Orchester, dem Unterstufenchor, dem Hauptchor, dem Extra Chor und schließlich als Höhepunkt mit dem Hauptorchester. Zweieinhalb bis 3 Stunden dauern die Konzerte, inklusive einer Pause. In dieser trifft man sich im Foyer oder auf dem Pausenhof mit den ganzen lieben Menschen, die man über die Jahre an der Schule kennen gelernt hat.

Im letzten Jahr hatte ich noch angenommen, dass bei den Konzerten 2018/2019 nur Julian als einziges Kind der Familie teilnehmen würde. Dann kam plötzlich Emma dazu, sodass Frank und ich doch wieder zwei Kinder in Chor und Orchester hatten. Auch wenn sich unsere „beiden Kleinen“ über das Jahr hin weg immer mal wieder gekrabbelt haben wie echte Geschwister, so ein sie doch die Liebe zur Musik. Nie ist bei uns öfter gesungen worden.

Beide Orchesterabende waren wunderbar. Sie verliefen ohne größere Zwischenfälle, wenn man davon ab sieht, dass eine junge Dame bei ihrem Weg auf die Bühne stolperte und fast hin viel. Obwohl immer keine Brille trug, weil sie es nicht. Gottseidank!

Die Chöre sagen wieder ganz bezaubernd. Nach der Pause – und das habe ich eben bei meiner Aufzählung vergessen – spielt die FG BigBand. Diesmal wurden sie verstärkt von den vom Band Leiter angekündigten FG Sisters. Herein kamen Binta, Malu, Elena und Emma um den dreißiger Jahren Song der Andrew Sisters Bei mir bist du schön zu swingen. Der Titel wurde mit viel Applaus bedacht und die vier Mädels wirken, als sei das nicht ihr erster Auftritt mit der Band. In dieser Zusammensetzung wird es allerdings vermutlich ihr letzter bleiben. Trotzdem, es war richtig cool.

Im Lauf dieses Jahres sind sie wirklich alle ziemlich erwachsen geworden, die lieben Kleinen. Wie immer am Ende eines Schuljahres erhielten die Abiturienten, die Chor und Orchester verlassen, eine Blume als Dank und Erinnerung.

Bereits am Donnerstag Abend gab es die ersten Abschiede. Und Tränen flossen. Freitag hatte ich schon lange im Kopf als den schlimmsten Tag von Emmas Abschied. Das würde ein langer Tag des auf Wiedersehensagens werden. Insbesondere, weil am Ende all die Menschen, mit denen Emma am meisten zu tun hatte – und das sind natürlich die FGMusikerinnen und -Musiker – gemeinsam griechisch essen gehen. Dazukommen viele Ehemalige, die beim zweiten Konzert dazustoßen und es sich hinterher nicht nehmen lassen, das Orchester zu Odysseus zu begleiten. Auch Jonathan und seine Freunde waren natürlich mit von der Partie. Außerdem war der halbe ELSE-Chor anwesend. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass man die Uhr einfach 12 Stunden nach vorne drehen kann. Aber halt! Abschiede gehören zum Leben dazu und wenn man sich nicht verabschiedet, kann man auch nicht wiederkommen. Wobei es natürlich schön wäre, wenn alles viel fröhlicher wäre und wir nicht wüssten, dass Emma schon bald wieder auf dem Weg nach Richmond sein wird.

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Jedenfalls war das Ende so traurig, dass es keine Fotos davon gibt. Ich werde Emmas Schluchzen mein ganzen Leben nicht vergessen.

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