Das Abschiedsbuch

IMG_5592.jpgLange Planung war erforderlich, um das Projekt Abschiedsbuch zu verwirklichen. Die Idee war schon seit Herbst 2018 in meinem Kopf. Dass Emma sich darüber freuen würde, war mir spätestens klar, als sie auf meine Frage, ob sie sich etwas von uns zu Weihnachten wünsche, antwortete, Briefe von uns wären toll. Ab März 2019 habe ich dann alle Menschen angeschrieben und angesprochen, die sie im Lauf der Zeit so kennengelernt hat. Egal, ob es Menschen waren, die sie nur ein paar Mal gesehen hat oder ihre Klassenkameradinnen und -kameraden. In der Schule hatte ich Unterstützung von Binta, doch auch sie hatte es schwer. Die Mädchen waren eher bereit als die Jungs, überhaupt etwas zu schreiben. Es war eine mühsame Arbeit, alle Seiten zusammen zu bekommen. Immer wieder kamen Nachfragen, was denn auf den Seiten stehen sollte. Und überhaupt: Man habe keine Fotos von Emma. Wieder und wieder erklärte ich, dass die Fotos von Emma nicht wichtig seien – dazu muss Emma nur in den Spiegel schauen. Viel wichtiger sind für sie Fotos der Menschen, die eine Seite für sie gestaltet haben.

Seiten

Als der Abgabetermin schon vorbei war, hatte ich noch nicht sehr viele Seiten beieinander. Also wieder und weiter mahnen. „Denkt ihr noch an Emmas Buch?“ Dann erfuhr ich, dass sie Buchbinderei, die das Buch ursprünglich in einen Leineneinband binden sollte, geschlossen hatte. Die Eigentümer hatten sich zur Ruhe gesetzt. Es hieß, etwas Neues zu finden. Zwar hat das Buch nun nur einen flexiblen Einband, doch dafür musste ich die Seiten erst in der Woche von Emmas Abreise einreichen. Das war prima. so konnten doch mehr Leute mitmachen, als ursprünglich erwartet. Am Ende hatte ich 54 Seiten zusammen. Davon waren einige von mehrern Menschen gemeinsam gestaltet worden, so dass ich die tolle Zahl von 62 Teilnehmenden ergibt.

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Das Herz im Bild ist eine Wolke, die über unser Haus schwebte. So etwas gibt es manchmal – und es passt so schön zu dem was wir alle mit dem Buch ausdrücken möchten.

An dieser Stelle sage ich euch allen Dank dafür. Es ist wunderbar zu sehen, dass ihr euch für Emma ins Zeug gelegt habt. Viele gute Wünsche sind dabei, ganze Briefe mit kleinen Geschichten über Erlebnisse mit Emma und viele, viele Fotos. Immer wieder freute ich mich, denn ich wusste, Emma würde sich freuen.

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Have it all von Jason Mraz.

Es gibt einige Lieder, die uns über das Jahr hin begleitet haben. Dazu gehört Bella Ciao, ein Lied italienischer Partisanen aus dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde immer wieder in der Serie Das Haus des Geldes gespielt, die wir schauten, als Emma gerade zu uns kam. So wurde dieses Lied als italienisches das erste, das sie in Deutschland lernte. Im Auto lief immer wieder Have it all von Jason Mraz (der aus Virginia  kommt). Das sei Lucis Lieblingslied, hatte Emma immer wieder erzählt. Und ich hatte ich Gedanken ein Häkchen gemacht – das muss mit ins Buch. Aber nicht in der I want you to have it all-Version. Stattdessen wurde auch jedem Ich ein Wir. Alle guten Dinge aus dem Song mögen Emma geschehen!

IMG_5598Doch auch ein paar Songs, die Emma nicht kennt, sind im Buch enthalten. Damit sie weiß, wie sie sich anhören, sind QR-Codes dabei, damit sie sich die Lieder auch anhören kann. Für mich soll’s rote Rosen regnen von Hildegard Knef ist genauso dabei wie Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin von Marlene Dietrich. Auch Gedichte lassen sich im Buch finden oder Zitate. Außerdem sind ganz viele Seiten mit Sprüchen dabei. Ich habe versucht, alle möglichst schön zu gestalten. Emma soll sich lang daran freuen und sich an wunderbares Jahr zurückerinnern. Wenn es mal an Tagen dunkel sein sollte, soll das Buch sie daran erinnern, dass sie alles schaffen kann. Manchmal braucht man ein bisschen Mut.

Und dann noch zwei Gedanken:

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Und:

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