Acht Fragen – 2

Damit niemand zurückblättern muss: Hier ist noch einmal die zweite Frage des Fragebogens:

2 – Was waren Ihre Erwartungen an Ihren Gast?

Wikipedia hat für Erwartung die folgenden Definitionen:

Erwartung steht für:

Was unsere Erwartungen waren, ist ganz schwer zu sagen. Was erwartt man von einem Gast? Rücksichtnahme, Höflichkeit, Freundlichkeit? Im Grunde können Erwartungen ja nur solche kleinen Dinge sein. Aber wer geht in ein Jahr mit einem Gastkind mit Erwartungen. Obwohl nur nach den Erwartungen gefragt wird, schreibe ich auch über Wünsche und Hoffnungen, die mit der Aufnahme eines Gastkindes verbunden sind. Wenn man in der Erwartung eine Annahme über etwas Zukünftiges sieht, dann können das im Grunde nur einfache Dinge sein: Ein Gastkind sollte in der Lage sein, sich um sich selbst zu kümmern. Man sollte nicht in der Verpflichtung sein, ein bis dahin fremdes Kind erziehen zu müssen. Konkret bedeutet das: Meine Erwartung ist, dass ein Gastkind sich unaufgefordert die Zähne putzt bzw. sich um die eigene Körperhygiene kümmert. Ebenso sollte es Absprachen möglichst einhalten.

Wer nimmt aus solchen Gründen jemanden auf?

2 – Was waren Ihre Erwartungen an Ihren Gast?

Wenn man einen Jugendlichen aus den USA aufnimmt, wenn man überhaupt einen fremden jungen Menschen in eine Familie aufnimmt, verbindet man das vermutlich mit der einen odere anderen Erwartung, mehr noch aber mit Wünschen und Hoffnungen. Von einem Gastkind erwarteten wir eine gewisse undgrundsätzliche Eigenverantwortung. Und sicherlich auch Intgrationswillen. Aber was sonst kann man erwarten? Dafür hatten wir verschiedene Hoffnungen und Wünsche. Ein Wunsch zum Beispiel war, dass aus dem Gast ein Familienmitglied werden könnte. Wir hofften, dass unser PPP-Gastkind an Deutschland interessiert wäre, dass es Freude daran hätte, etwas mit uns gemeinsam zu unternehmen. Wir hofften auch, dass das Gastkind Deutsch lernen würde. Natürlich gibt es in Deutschland sehr viele Menschen, die Englisch sprechen. Trotzdem ist es schön, wenn man weiß, dass das Gastkind sich in allen Situationen verständingen kann. Ich weiß nicht, ob das ganz schön viel oder ganz schön wenig ist.

Doch was soll ich sagen? Unsere Hoffnungen und Wünsche wurden im Grunde übertroffen. Vom ersten Tag an war es, als wäre Emma schon immer da gewesen. Hier und da mussten wir uns „einruckeln“, denn auch wenn wir als Europäer und Amerikaner nicht so ganz weit auseinander sind: An manche Dinge wagen wir uns doch ganz unterschiedlich heran, manches wird in den beiden Ländern komplett anders gehandhabt. Aber: Schon wenn man Freunde der Kinder für ein paar Tage beherbergt, stellt man normalerweise fest, dass in anderen Familien andere Regeln gelten. Anders ist das auch nicht mit einem PPP-Gastkind.

Mal ganz ehrlich – wenn ein Gastking fliegen kann, dann muss man doch etwas richtig gemacht haben, oder?

 

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