Acht Fragen – 3

Die dritte Frage ist ziemlich leicht zu beantworten. Darum gibt es nur wenig Vorerzählung. Wir wussten ja schon eine ganze Weile, wann Emma kommen würde. Der 1. September 2018 war der Tag X. Ursprünglich hatten wir sie nur zu dritt abholen wollen, doch hatte sich Jonathan kurz vorher überlegt, dass es doch schön wäre, wenn wir Emma gemeinsam abholen würden. Also meldeten wir auch ihn zum gemeinsamen Mittagessen auf dem Schloss an.

Der 1. September war ein Samstag. Um 10.00 Uhr sollten wir in Bad Laasphe sein. Dort würden wir an einem Gastfamilienseminar teilnehmen, das bis 13.00 Uhr dauern sollte. Zurückblickend betrachtet, war das Seminar spannend und informativ. Wir wurden ausgiebig informiert und fühlten uns in guten Händen. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Es gab Infos über die Verteilung der Gastschülerinnen und -schüler über ganz Deutschland. Schade war es eigentlich, dass es im Lauf des Jahres keine Familientreffen gab. Es wäre bestimmt spannend gewesen.

3 – Wie war der erste Tag mit Ihrem Gastkind?

Der erste Tag mit Emma fing für uns bereits mit unserer Ankunft in Bad Laasphe an. Wir hatten uns sofort gegenseitig erkannt und fielen uns in die Arme. „Die ist ja total nett“ – das war die einhellige Meinung. Kurzfristig mussten wir uns für das Gastfamilienseminar trennen, doch ab dem Mittagessen waren wir dann für ein Jahr zu fünft. Von Bad Laasphe nach Fuldabrück, unserem Wohnort, beträgt die Fahrzeit eine gute Stunde. Ein bisschen hatten wir natürlich alle Angst vor einem ungemütlichen Schweigen, doch das kam nicht auf. Von Anfang an hatten wir einen Draht zueinander.

In Frankenberg legten wir ein eine kurze Pause ein und besichtigten das alte Rathaus.

Wir hatten für Emma schon im Vorfeld eine Simkarte für ihr Handy besorgt und nach Bad Laasphe geschickt. So hatten wir sehr früh Kontakt per Whatsapp haben können. Emma war über vieles bereits informiert, bevor sie kam. So wusste sie, dass abends ein Straßenfest stattfand, an dem sie gern teilhaben wollte. Auf dem zweiten Teil der Autofahrt schlief Emma, die uns kurz vorher versichert hatte, im Auto könne sie nie schlafen, fest ein. Jonathan wollte wissen, ob er abend schon Emma zu seinen Freunden mitnehmen könne. Das musste Emma selbst entscheiden, als sie wach war. Sie stimmte dem Plan freudig zu.

Zu Hause gab es also eine Hausbesichtigung inklusive Vorstellung unserer Hundedame Lilly, wir gingen gemeinsam auf dem Straßenfest essen. Daran nahmen neben meinen Eltern, die Emma auch gleich am ersten Tag kennenlernten, auch Jonathans Freundinnen und Freunde teil. Anschließend fuhr Emma mit der Jugend in die Stadt.

Es war insgesamt ein Gefühl von „Das passt“. Emma war so aufgeschlossen und freundlich, sodass wir alle ein gutes Gefühl hatten, was das gemeinsame Jahr betraf.

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