Acht Fragen – 7

Jetzt kommen sie, die guten Tipps. Ob sie nützen?

7 – Welche Tipps haben Sie für zukünftige Gastfamilien?

Ich glaube, es gibt mehrere wichtige Faktoren, damit das Jahr als Gastfamilie erfolgreich werden kann. Zuallererst sollte man den Gastfamilienfragebogen ehrlich ausfüllen. Wenn man am Wochenende gern spät aufsteht und entsprechend spät frühstückt, sollte man nicht eintragen, dass man das Frühstück gern gemeinsam früh zu sich nimmt. Bekommt man dann einen fröhlichen Frühaufsteher, ist das Verhältnis gleich leicht gestört… Man sollte nur eintragen, was und wie man wirklich ist. Alles andere ist wenig hilfreich für die Austauschorganisation.

Wenn man Gastfamilie werden möchte, bekommt man irgendwann Profile junger Menschen vorgelegt und muss aussuchen (wenn man nicht die Organisation aussuchen lässt). Am besten entscheidet man sich für jemanden, mit dem man möglichst viele Gemeinsamkeiten hat. Das macht das Zusammenleben und die Freizeitplanung einfacher.

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Wir haben oft und viel gemeinsam gesungen

Am allerwichtigsten ist die Kommunikation. Man sollte über alles reden, am besten schon in den ersten Tagen. Die täglichen Routinen sollten bekannt sein Wenn man nicht darüber redet, ergeben sich Probleme. Und kleine Reibungspunkte entstehen sowieso im Zusammenleben. Reden hilft. Wenn man über eine Kleinigkeit nicht spricht, wächst sie und wird vielleicht zum großen Problem. Das kann man vermeiden.

Man sollte auch die Kommunikation thematisieren. Deutsche wirken auf Ausländer sowieso unglaublich direkt. Also erklärt man, dass man nichts Böses will, sondern dass in Deutschland alle so sind. Unser Gastkind kam aus den Südstaaten, wo man sehr höflich und sehr indirekt ist.

Was den Gastkindern und der Beziehung sehr hilft: Schon früh den Kontakt suchen. Die PPPlerinnen und PPPler haben ein vierwöchiges Sprachcamp, bevor sie zu den Familien kommen. In dieser Zeit hatten wir bereits guten Kontakt zu Emma. Sie war schon Mitglied der Familien-Whatsappgruppe, wir tauschten uns aus, schickten Fotos und knüpften Kontakt. Später erzählte sie, sie sei unter ihren Freunden die einzige gewessen, die schon wusste, was auf sie zukam. Natürlich war sie auch aufgeregt, uns kennenzulernen. Angst hatte sie aber keine, denn ein bisschen kannte sie uns schon.

Eine kleine Willkommenskiste fanden wir sehr hilfreich. Darin befanden sich der Hausschlüssel, das Schülerhessenticket, die Schulkarte, ein Buch über Kassel, ein Schlüsselanhänger und ein paar Süßigkeiten.

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Was ich ganz wichtig finde, wenn man sich mit dem Gedanken beschäftigt, ein Gastkind aufzunehmen, ist das Gastfamilienhandbuch von Janina Gatzky. Darin stehen so unglaublich viele gute Tipps. Ich wünschte, wir hätten es bei unserem ersten Gastkind schon gehabt – wir hätten vieles besser gemacht.

 

 

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