Acht Fragen – 8

Die letzte Frage finde ich wieder kompliziert zu beantworten. Was uns überrascht hat? Wieviel Platz habe ich denn für die Beantwortung?

8 – Was hat Sie am meisten überrascht in der Zeit mit Ihrem Gastkind aus den USA?

Am allermeisten hat uns vermutlich überrascht, wie einfach der Zugang zu Emma war. Wie einfach es war, dass aus einer Fremden ein Familienmitglied wurde.

Mit einem Gastkind erlebt man ständig Überraschungen. Die US-amerikanische Kultur ist anders als das, woran wir gewöhnt sind. So viele Dinge sind einfach komplett verschieden. Von machen weiß man, manch andere kommen überraschend. Gerade für die „Kinder“ gab es öfters Aha-Momente. Unsere Jungs haben festgestellt, dass amerikanische Eltern strenger sind als deutsche. Außerdem fanden sie manche Verhaltensweisen ganz erstaunlich. Dann ging es in Diskussionen schon mal hoch her. It is not good – it is not bad – it is just different. Das ist ein Motto von Experiment e.V., das immer wieder Anwendung fand. Nicht so schnell urteilen – das haben wir uns häufig bewusst gemacht und manchmal bewusst machen müssen.

Auch wenn uns Amerikaner*innen äußerlich sehr ähnlich sind, die Kulturen sind deutlich verschieden. Dadurch sind aber Überraschungen im Grunde vorprogrammiert. So vieles ist in Deutschland erlaubt, was in den USA verboten ist. Und umgekehrt.

Doch all das lange Schreiben ändert nichts: Die größte Überraschung war, wie schnell aus Emma-Marie Dulog unser Kind wurde. Vielleicht hatten beide Familien gut vorgearbeitet, vielleicht hat es daran gelegent, dass wir viel geschrieben und gechattet, gewhatsappt und gesnappchattet haben, vielleicht lag es daran, dass Emma sich für ein Yes-Year entschieden hatte.

PS
Die lustigste Überraschung, der beste German Fail, passierte zu Pfingsten. Emma hatte sich in Kassel verabredet und stieg in den Bus. Sie hatte gehört, das die Passagiere vor ihr den Busfahrer anders begrüßt hatten als gewöhnlich. Als sie an der Reihe war, spitzte sie die Ohren, konnte aber nicht deuten, was der Mann sagte. Also antwortete sie mit den gleichen Worten. Später schrieb sie mir per Whatsapp „Was heißt „woah Pfingsten?“ Der Busfahrer hat das zu mir gesagt.“ Ich kann mich noch immer vor Lachen kringeln. Nicht, weil Emma einen „Fehler“ gemacht hätte. Wenn jemand nach Deutschland kommt, ohne je die Sprache gelernt zu haben, dann dürfen Fehler passieren. Aber ich hätte zu gern das Gesicht des Busfahrers gesehen, als Emma ihn mit „Woah Pfingsten“ begrüßte.

Darum: Woah Pfingsten allerseits!

Das waren die acht Antworten. In den nächsten Tagen wird es ruhiger werden. Ein paar Beiträge habe ich aber noch immer in petto.

 

Comments

  1. As an extended family we are so delighted to be able to share all of Emma’s year with her Second Family with her Filipina Lola. Everything at once…we get to hear one story and share Emma’s gifts of books, photos made by Martina…all this for my mother-in-law to understand!

    Marietta Quesea Dulog, 78, technology non-existent loved Martina’s blog.

    1. Author

      Please give my love to Lola Marietta. I’m happy and proud to hear that she likes the blog. It would be nice to see the whole family together one day. Enjoy your time in the Philippines!

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